Gestern hieß es mal wieder früh aufstehen, da wir ein Zugticket nach New York City ab Albany hatten. Bahnfahren in den USA ist irgendwie sehr anders, als man es aus Deutschland gewohnt ist. Es war vergleichsweise langsam und ruckelig, aber sonst recht komfortabel. Weitere Details lasse ich hier jetzt mal aus.
Wir kamen also an der Penn Station an und was uns begrüßte war ein richtig eisiger Wind und der erste Blick durch eine Häuserschlucht. Das war schon beeindruckend. Wir haben uns dann erstmal ein Ticket für die Busrundfahrt (bei der man immer wieder aus und zusteigen kann) geholt. Mit dem Bus (im Winter zwar mit Plexiglasdach, aber teilweise doch offen und vor allem unbeheizt) ging es dann von Macy’s bis zum Battery Park. Auf der Fahrt gab es das zu sehen, was mir an New York am besten gefallen hat, nämlich alte Hochhäuser aus Backstein u.ä. In New York stehen wirklich einige schöne Häuser rum.
Beim Battery Park gibt es einen Geheimtip für New York Touristen, nämlich die Staten Island Fähre. Staten Island selbst ist zwar so uninteressant, daß man sich auf der Seite nur den Fährterminal anschaut, während man auf die Fähre zurück wartet, aber die beiden Fahrten bieten einen tollen Blick auf die Skyline von New York und die Freiheitsstatue (letztere aus etwas Entfernung). Und das Beste ist, daß die Fahrt vollkommen kostenlos ist! Und die Wartebereiche und die Fähre selbst waren gut beheizt. Hatte ich schon erwähnt, wie schweinekalt es war?
Weiter ging es wieder mit dem Bus, der in der Nähe des Times Square endete. Auf dem Times Square liefen schon die Vorbereitungen für die Sylvesterfeier (die sich nach den Beschreibungen kein klar denkender Mensch freiwillig antut). Wir huschten kurz zum Aufwärmen ins Hard Rock Café (weil es draußen überall tierisch kalt und windig war) und machten uns auf den Weg mit dem Bus (in dem natürlich auch immer Guides wissenswertes zum Besten gaben) zum Empire State Building.
Für mich trägt diese Gebäude nur noch den Namen “Haus der 1000 Schlangen”. Das Ticket hatten wir zu einem Sonderpreis mit dem Busticket gekauft, mit der Info, daß wir dann nicht an der Kasse Schlange stehen müssen. Als wir da waren merkten wir dann, daß das aber nur eine der Schlangen war. Der unangenehmste Teil war vor dem Gebäude in der Kälte. Der Teil hing aber zum Glück recht flott, obwohl die Schlange hier sogar um eine Hausecke ging. Im Inneren fühlte man sich dann an die Schlangen in Vergnügungsparks erinnert, da man sich schön zwischen Samtbändern entlang schlängelte, bis man dann irgendwann endlich bei der Sicherheitskontrolle war. Dann kam die Schlange an der Kasse, die wir ja umgehen konnten, um uns in die Schlange vor dem Aufzug zum 80. Stock einzureihen. Im 80. Stock hatte man die Wahl entweder ca. 20 Minuten am Aufzug in der Schlange zu stehen oder sechs Etagen per Treppe zu bewältigen. Unsere Wahl fiel natürlich auf letztere Variante. So kamen wir nach ca. zwei Stunden auf der Plattform an und hatten unser Ziel, noch einen Blick bei Tageslicht auf die Stadt werfen zu können, leider verfehlt. Wahrscheinlich hätten wir es geschafft, wenn wir pro Person zusätzlich 25$ für ein Expressticket ausgegeben hätten. Soweit ich das gesehen hab konnten diese Leute in der Tat alle Schlangen umgehen.
Gelohnt hat es sich aber voll und ganz. New York gibt auch (oder vor allem) bei Nacht ein tolles Bild ab, denn Lichter gibt es ja genug. Wie ich hier und da erwähnt hatte war es in Mamhatten kalt und windig. Es ist nicht schwer sich vorzustellen, daß die Bedingungen dort oben noch extremer waren. Eine Scheibe, die dem Wind besonders ausgesetzt war, war sogar von innen zugefrohren, obwohl es im Innenbereich beheizt war. Aber für die Aussicht und ein paar (hoffentlich) schöne Fotos ging es dann doch ein paar Mal für eine Weile raus. Auf dem Weg nach unten war natürlich an den beiden Aufzügen jeweils wieder Schlange stehen angesagt, was sich aber in Grenzen hielt.
Zu Fuß ging es dann zurück zur Penn Station (die übrigens wie eine größere und nicht besonders hübsche U-Bahnstation wirkt und unter dem Madison Square Garden liegt). Auf dem Weg gingen wir noch kurz durch Macy’s, zum einen weil wir es zumindest mal kurz von innen gesehen haben wollten, und zum anderen weil wir so einen Block in beheizten Räumen zurücklegen konnten. Und wir haben noch einen lokalen McDonalds besucht, da wir uns schon ausrechnen konnten, daß wir erst gegen Mitternach wieder in Herkimer sein werden.
Heute ging es dann noch kurz nach Cooperstown. Das ist ein schönes kleines, und im Winter beschauliches ruhiges, Örtchen an einem See. Im Sommer ist es wohl etwas voller, da sich hier die Baseball Hall of Fame befindet. Die Hall of Fame selber habe ich nicht gesehen, da sie nach den Beschreibungen wohl den Vergleich zu einem Kriegerdenkmal o.ä. zuläßt. Was ich gesehen habe war der Shop hierzu, ein paar Läden mit allem, was man zu dem Thema kaufen und sammeln kann, das älteste Baseballstadion der Vereinigten Staaten und den hübschen Kern des Örtchens, mit einigen schönen Häusern.
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