Mein Senf zu Amokläufen
Da ich gerade eine Sendung über Amokläufer sehe will ich jetzt auch mal meinen Senf dazu abgeben.
Es wird natürlich mal wieder wild über alles mögliche geredet. Ganz vorne natürlich die Gewaltspiele und das Internet, daß den Austausch von Gewaltphantasien vereinfacht. Aber für mich sind das nur Katalysatoren. Ich bestreite nicht, daß die Abstumpfung der Jugend ihren Teil zu solchen Taten beiträgt, aber der Kern liegt meiner Meinung nach wo anders.
Der Kernpunkt wird meiner Meinung nach meist nur am Rande erwähnt. Bei dem Amokläufern handelt es sich (soweit ich es weiß) meist um Außenseiter und zwar um solche, die unter diesem Dasein als Außenseiter leiden. Es wird immer davon geredet, daß sie Hass aufgestaut haben. Aber woher kommt dieser Hass? Er ist doch wohl ein eine Reaktion darauf, daß diese Menschen von der breiten Masse verstoßen und nicht respektiert wurde. Viele wissen, daß es alles andere als angenehm ist ein Außenseiter zu sein und daß dies auch eine große psychische Belastung bedeuten kann. Mit dieser geht dann natürlich jeder anders um.
Ich möchte hier Amokläufe natürlich weder entschuldigen, noch gut heißen. Es ist natürlich die schlechteste Art mit dieser Belastung umzugeben.
Was ich ausdrücken will ist, daß ich als Kernproblem weder Gewaltspiele oder -filme, das Internet noch Marilyn Manson und Bowling (vgl. Bowling for Columbine) sind. Es bringt natürlich auch nichts Brot zu verbieten, weil alle Amokläufer Brot gegessen haben.
Das Problem ist unsere Gesellschaft. Die Gesellschaft, die Menschen die anders sind ausgrenzt und somit Außenseiter schafft. Die Gesellschaft, die Toleranz immer als hohes Gut anpreist, was aber schon in der Jugend bei den Schülern kläglich scheitert.
Und somit müßten sich all die Leute, die jetzt gegen Gewaltspiele u.ä. wettern mal an die eigene Nase fassen und überlegen, ob sie nicht auch schon Menschen ausgegrenzt haben und ihnen somit einen Grund gegeben haben einen Hass auf diese Gesellschaft zu entwickeln.






